Fast jeder Unternehmer kennt die Begriffe Corporate Identity (CI) und Corporate Design (CD). Aber immer wieder kommt es leider vor, dass eben diese verwechselt werden. Dann wird von CD gesprochen wenn CI gemeint ist und umgekehrt. Um bereits im Vorfeld einer Verwechslung vorzugreifen, haben wir auf diesen Seiten die Bedeutung und Zusammenhänge der wesentlichsten Begriffe definiert.


Corporate Identity
Corporate Identity ist das gelebte Selbstverständnis eines Unternehmens. Sie besteht aus festgeschriebenen, bindenden Prinzipien für Verhalten, Kommunikation und Erscheinungsbild zur Bestimmung einer unverwechselbaren Unternehmenspersönlichkeit nach innen und außen. Corporate Identity formuliert und definiert die Ziele eines Unternehmens und legt Richtlinien für die drei Hauptbereiche fest:

  • Corporate Behavior
  • Corporate Communication
  • und Corporate Design.


Corporate Behavior
Corporate Behavior beschreibt, wie sich das Unternehmen verhält, was es mit welcher Technologie produziert, wie es mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten umgeht, wie es sich zu Kultur, Politik und Umweltschutz verhält.


Corporate Communication
Corporate Communication legt die formalen Inhalte und Umgangsformen der Kommunikation des Unternehmens oder einer Körperschaft fest. Das reicht je nach Bedarf von der Begrüßung am Telefon bis zu Public Relations und Werbung.


Corporate Design
Corporate Design ist die Gesamtheit aller bewusst beeinflussten und optisch wahrnehmbaren Erscheinungs- und Darstellungsformen eines Unternehmens.

Corporate Design meint das gesamte Erscheinungsbild eines Unternehmens oder einer Institution. Also alles das, was mit den Sinnen wahrnehmbar ist. Nur wenn alle Erscheinungsformen eines Unternehmens oder einer Körperschaft einheitlich einem einzigen Gestaltungskonzept folgend entwickelt und gestaltet sind, kann von einem Corporate Design gesprochen werden. Dabei kommt es nicht nur auf das Logo, die Visitenkarte und den Briefbogen an, sondern auch auf die Gestaltung von Firmenbeschilderung, Lieferfahrzeugen, Geschäftslokalen, Büroeinrichtungen, Verpackungen und Arbeitskleidung etc.

Zeigt sich hingegen ein Unternehmen uneinheitlich und sind seine Erscheinungsformen nur zufällig im Laufe der Zeit entstanden (wenn beispielsweise die Lackierung von Lieferfahrzeugen nur nach der momentanen Verfügbarkeit vom Autohändler entschieden wurde), dann kann man nicht von Corporate Design sprechen.


Corporate-Design-Programm (Manual)
Ein Corporate-Design-Programm legt die Bestandteile des Corporate Designs fest. Dabei werden die Grundparameter Logo, Schriften, Farben und Formate ebenso definiert wie Vorgaben für die Gestaltung von Anzeigen, Prospekten und Geschäftspapieren. Zusätzlich können noch Vorgehensweisen und Abläufe für die interne und externe Kommunikation geplant und definiert werden. Der Umfang richtet sich dabei nach der jeweiligen Aufgabenstellung und Zielsetzung sowie der Größe des Unternehmens. Nachfolgend haben wir die wesentlichen Bestandteile eines Corporate-Design-Programms aufgelistet.


Basiselemente

  • Signet (Logo, Wort-, Bildmarke, Wort-/Bildmarke etc.)
  • Hausfarben (Farbklima etc.)
  • Hausschriften (in verschiedenen Schriftschnitten für Korrespondenz, Monitorschriften etc.)
  • Piktogramme
  • Gestaltungsraster (DIN- und freie Formate, Grundlinien, Typoraster etc.)
  • Papiere (matt, gestrichen etc.)
  • Datengrafiken (Torten, Balken, Linien etc.)
  • tabellarische Darstellungen
  • Gliederungselemente
  • Bildkonzept (Fotografien, Illustrationen etc.)
  • visuelle Klammer (Wiedererkennung in allen Medien)


Anwendungsbeispiele

  • Geschäftspapiere
  • Formulare
  • Prospekte, Kataloge, Berichte
  • Verpackungen und Etiketten
  • Anzeigen, Banner, PoS-Dekorationen
  • Messe und Ausstellungen
  • digitale Medien
  • Kunden- und Mitarbeiterzeitschriften
  • Info-, Leit- und Orientierungssysteme
  • Fahrzeugbeschriftungen
  • Bekleidung
  • Architektur


Inhalt

  1. Begriffsdefinition
  2. Welches sind die Ziele und Chancen von Corporate Design?
  3. Lebensdauer von Corporate Design
  4. Designprozess
  5. Was gibt es zu beachten?


Autor: Yves Nottebrock