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Wer einen Ausbildungsplatz in der Kommunikationsbranche möchte, muss Initiative zeigen

... und wird belohnt: Direkte Ansprechpartner und eine gute Einarbeitung sind selbstverständlich. Eine Umfrage des GWA.

Foto 1: Wer einen Ausbildungsplatz in der Kommunikationsbranche möchte, muss Initiative zeigen
Gute Ausbildungsplätze sind hart umkämpft. Für die Kommunikationsbranche gilt das im besonderen Maße. Hier findet nur den Einstieg, wer sich durch Engagement, Persönlichkeit und schulische Leistungen gegenüber den Mitbewerbern hervortut. So das Ergebnis einer Umfrage des Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA unter mehr als 100 Auszubildenden, die in 2006 ihre Ausbildung in einer GWA Mitgliedsagentur starteten.

Wer den Weg in die Werbung findet, hat sein Ziel meist schon frühzeitig vor dem Schulabschluss vor Augen. Das erste Interesse an der Branche rührt oft aus Medienberichten (45%) und Erzählungen (26%). Die Berufsberatung (14%) spielt bei der Jobrecherche eine eher untergeordnete Rolle.

An der Kommunikationsbranche reizen vor allem das kreative Umfeld (17%), die Vielfalt der Tätigkeitsfelder, das Brancheninteresse, Teamwork (jeweils 12%), flache Hierarchien und hohe Herausforderungen (jeweils 10%).

Über 60 Prozent der Azubis absolvieren vor dem Lehreinstieg ein Praktikum zur Überprüfung ihres Interesses. Meistens testen sie während der Schulzeit für zwei Wochen, ob das Arbeiten in einer Agentur ihren Vorstellungen entspricht. Es kommt aber auch zu Praktika mit einer Dauer von drei bis sechs Monaten oder länger, oft zur Überbrückung der Zeit zwischen Abitur und Lehrbeginn. Das Praktikum kann auch als Türöffner in eine Agentur dienen, muss aber nicht. Oft wird die Lehre in einer anderen Agentur aufgenommen.

Wie gezielt die Azubis vorgehen, zeigt auch die Recherche für die Bewerbungen. Der Großteil (48%) ist über Initiativbewerbungen an seinen Job gekommen. 26 Prozent sind über die Agentur für Arbeit an die Stelle gekommen, 14 Prozent über andere Jobbörsen und immerhin zehn Prozent über persönliche Kontakte. Dr. Henning von Vieregge, GWA-Hauptgeschäftsführer: „In der Branche gibt es aufgrund des trendigen Images ein Überangebot an Bewerbern. Doch nur jene, die wirklich gut informiert und engagiert sind, bekommen einen Ausbildungsplatz. Die Personaler merken schnell, wer verstanden hat, was Werbung, allgemeiner Marketing-Kommunikation, verlangt: hohe geistige Flexibilität und volle Dienstleister- Bereitschaft, in der Agentur und gegenüber dem Auftraggeber.“

Wie sind Agenturen als Ausbildungsinstitutionen? Über 95 Prozent der Azubis kommen sich sehr willkommen vor. Der Großteil hat einen direkten Ansprechpartner (83%), wurde überall vorgestellt (74%) und bekommt eine gute Einarbeitung (62%). Langeweile kommt kaum auf (3%), und auch das Klischee des Kaffeekochens (1%) wird nicht erfüllt. Ein Drittel der Azubis bekommt in den Agenturen zusätzlichen Unterricht angeboten (33%). GWA Hauptgeschäftsführer Dr. Henning von Vieregge: „Das alles zeigt: GWA-Agenturen sind qualitätsstarke Ausbildungsbetriebe. Fördern und Fordern , das ist ebenso wenig ein Widerspruch wie Leistungsanforderung und gutes Betriebsklima.“

Wie kommt das neue Berufsbild Kaufmann / Kauffrau für Marketingkommunikation, anstelle der bisherigen Ausbildung zum Werbekaufmann / Werbekauffrau an? In fast allen Berufsschulklassen wird der Unterrichtsstoff voll oder teilweise bereits in Lernfeldern erarbeitet (96%). Den Schülern wurde der Lehrplan präsentiert (81%), er ist bei 34 Prozent voll, bei 58 Prozent einigermaßen auf die neuen Inhalte abgestimmt. Ein Mangel besteht noch an aktuellen Lehrbüchern. 37 Prozent der Azubis arbeiten noch mit überholten Werken. Die Lernfeldmethode und die Durchmischung der Klassen mit Schülern aus den Bereichen Agenturen, Marketing-/Kommunikationsabteilungen in Unternehmen, Beratungen und Non Profit Organisationen bieten jedoch den Pädagogen Möglichkeiten, diesen Übergangsmangel zu beheben.

Die Durchmischung der Klassen bietet den Mehrwert der Gelegenheit zum Austausch, birgt bei stark unterschiedlichem Wissenstand aber auch die Gefahr der langsameren Lehrstoffvermittlung. Die Angabe, dass nur in einem Bruchteil der Fälle (4%) die Schüler das selbe Vorwissen haben, ist daher kritisch. Grundsätzlich wird der Unterrichtsstoff jedoch als interessant empfunden (91%).

Bedenklich stimmt, dass 23 Prozent der Azubis angeben, Agentur und Berufsschule ständen nicht in Kontakt. Tassilo Schwaller, GWA-Vertreter bei der Novellierung des Berufsbildes: „Es war höchste Zeit, das Berufsbild der aktuellen Situation anzupassen. Die breitere Fächerung des Unterrichtsstoff wird nun der Entwicklung des Kommunikationsmarktes gerecht. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Arbeitgeber garantiert jedoch am besten, dass Lehrinhalt und Praxis nicht auseinander driften. Da sind beide Seiten gefragt.“

Azubis in Agenturen sind zu 69 Prozent Frauen. Häufigstes Eintrittsalter in die Lehre ist 20 bis 21Jahre. Abitur wird zumeist verlangt. Häufigste Berufsbilder sind mit 78 Prozent die Kaufleute für Marketingkommunikation, gefolgt vom Mediengestalter. Ausbildungsberufe wie Bürokaufmann, Veranstaltungskaufmann, Kaufmann für Bürokommunikation, Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder Fotograf werden in den Agenturen nur selten angeboten. Hier besteht Potential, sich noch stärker in Ausbildung zu engagieren.

Die strenge leistungsbezoge Auswahl der Azubis ermöglicht es den Agenturen, die Ausbildungsdauer meist zu verkürzen. 40 Prozent der Azubis verkürzen von vornherein auf zweieinhalb Jahre, 18 Prozent sogar auf zwei Jahre. 29 Prozent können bei guter Leistung später noch die Lehrzeit verkürzen. Vorbildung und Ehrgeiz der Auszubildenden in GWA-Agenturen spiegeln sich auch in den Zukunftsplänen: 40 Prozent möchten im Anschluss an die Lehre ein Hochschulstudium aufnehmen. Darüber, dass sich die Investition in diese Azubis trotzdem lohnt, sind sich die Personaler einig: Viele kommen nach dem Studium in ihre Agenturen zurück.

Weitere Informationen:
» www.gwa.de
» www.gwa.de/Ausbildungsbeginn_2006_1.2678.0.html
» www.gwa.de/Azubis.2069.0.html